📕 Kostenloses E-Book:PDF holen →
M
MeinPraxisPartner
KI & Digitalisierung für Arztpraxen
← Alle Artikel
Abrechnung22. April 2026·6 Min Lesezeit

KV-Quartalsabrechnung: Die 5 teuersten Fehler (und wie Sie sie in 30 Min vermeiden)

Jede Quartalsabrechnung verliert der Durchschnitts-Hausarzt zwischen €1.500 und €4.000 — durch Undercoding, vergessene Zuschläge und falsch codierte Chroniker. Die 5 häufigsten Fehler, mit konkreten Zahlen und Lösungen.

Warum KV-Quartalsabrechnungen reihenweise Geld liegen lassen

Die Zahlen stimmen bedrückend überein: Bei einer typischen Hausarztpraxis (2 Behandler, 1.500 Patienten/Quartal) liegt der reale Abrechnungs-Verlust pro Quartal bei €1.500 – €4.000 — hochgerechnet €6.000 – €16.000 pro Jahr. Das ist Geld, das Ihnen zusteht. Das PVS hat es nur nicht automatisch eingetragen.

Hier sind die fünf Fehler, die wir in über 50 PraxisAudits immer wieder sehen — und wie Sie sie vor der nächsten Quartalsabrechnung vermeiden.

Fehler 1: Chroniker-Zuschlag 03220 wird nicht systematisch abgerechnet

Was es ist: Die Chroniker-Ziffer 03220 gibt pro Quartal ~€12-20 Zuschlag für jeden chronisch kranken Patienten, bei dem Sie mindestens 2 Arzt-Patient-Kontakte in den letzten 4 Quartalen hatten.

Der Fehler: Die meisten PVS-Systeme markieren Chroniker nicht automatisch. MFAs setzen die Ziffer nur wenn sie daran denken. Ergebnis: 30-40% der berechtigten Fälle werden verpasst.

Die Zahl: Eine Hausarztpraxis mit 400 Chroniker-Patienten × 0,35 (Verlust-Quote) × €16 × 4 Quartale = €8.960/Jahr verloren.

Lösung: Filter im PVS einrichten — "zeige alle Patienten mit mind. 2 Kontakten in den letzten 4 Quartalen und einer Chroniker-Diagnose" — und vor jeder Abrechnung die Ziffer prüfen.

Fehler 2: DMP-Pauschalen werden nicht für alle eingeschriebenen Patienten abgerechnet

Was es ist: Für DMP Diabetes, KHK, COPD, Asthma und Brustkrebs gibt es Pauschalen pro Quartal zwischen €40 (Asthma) und €90 (Diabetes Typ 2).

Der Fehler: DMP-Einschreibungen verjähren nicht automatisch im PVS. Patient ist abgemeldet (umgezogen, gestorben, nicht mehr aktiv) — aber DMP-Status bleibt. Andersrum: Patient ist neu eingeschrieben, aber Ziffer wird erst im Folge-Quartal gesetzt.

Die Zahl: 60 Diabetes-DMP-Patienten × €65 × 4 Quartale = €15.600 nur bei korrekter Erfassung. Ein Verlust von 15% = €2.340/Jahr weg.

Lösung: Quartalsweise DMP-Liste abgleichen mit tatsächlich gesehenen Patienten. Genauso bei Ein-/Ausschreibungen.

Fehler 3: Geriatrisches Assessment (03360/03362) bei Multimorbiden nie abgerechnet

Was es ist: Die Ziffern 03360 (Assessment) und 03362 (Basisbehandlung) sind für Patienten ab 70 mit mind. 2 chronischen Erkrankungen. Honorar: ~€90 bzw. ~€50 pro Quartal.

Der Fehler: 90% der Praxen rechnen diese Ziffern nie ab, weil die Einschluss-Kriterien nicht klar sind. Dabei fällt darunter fast jeder 75+-Patient mit Hypertonie und Diabetes (häufigste Kombination).

Die Zahl: Hausarztpraxis hat ~80 Patienten, die eigentlich berechtigt wären. 80 × €140 × 4 Quartale = €44.800 potenziell. Real abgerechnet: oft €0. Wenn nur 25% korrekt erfasst werden → €11.200 Mehrertrag.

Lösung: Filter "Patienten 70+ mit mind. 2 chronischen Diagnosen" monatlich prüfen, dann Assessment einmalig codieren + Folge-Ziffer pro Kontakt.

Fehler 4: GOÄ-Steigerungsfaktor pauschal bei 2,3 statt differenziert

Was es ist: GOÄ-Ziffern haben 4 Steigerungsstufen: 1,0 (einfach), 1,8 (Standard), 2,3 (Regelfall) und 3,5 (maximal, bei besonderer Schwierigkeit).

Der Fehler: Die meisten Privatrechnungen setzen pauschal 2,3. Dabei ist 2,3 nur der Regelfall. Bei aufwändigen Untersuchungen (komplexe Anamnese, mehrfaches Befunden, Spezialuntersuchungen) ist 3,5 korrekt und muss nur mit einem Satz begründet werden.

Die Zahl: Durchschnittsaufschlag 2,3→3,5 = +52% mehr auf GOÄ-Zeile. Bei €40.000 GOÄ-Umsatz/Jahr und nur 15% der Fälle auf 3,5 = €3.120 mehr/Jahr — ohne mehr Arbeit.

Lösung: Standard-Begründungstext pro Ziffer vordefinieren ("Erhöhte Schwierigkeit wegen Multimorbidität"), MFA setzt automatisch bei bekannten Patienten-Kategorien.

Fehler 5: Labor-Ziffern 32125-32128 ohne Richtgrößen-Check

Was es ist: Labor-Ziffern haben Richtgrößen pro Fachrichtung. Überschreitet eine Praxis diese um mehr als 125%, drohen Regresse (Rückforderungen der KV).

Der Fehler: Praxen rechnen gar keine oder zu wenig Labor-Ziffern ab aus Angst vor Regressen. Dabei ist der Durchschnitt nur 60% der Richtgröße — es wäre noch Luft nach oben.

Die Zahl: Bei €15.000 Labor-Umsatz und realistisch 20% Steigerung möglich = €3.000/Jahr.

Lösung: Monatlichen Labor-Check machen. Bei <80% der Richtgröße → mehr abrechnen.

So vermeiden Sie alle 5 Fehler systematisch

Der schnellste Weg: unser Abrechnungs-QuickCheck. 10 Fragen, 5 Minuten, Sie bekommen einen persönlichen Score + Top-3-Hebel für Ihre Praxis.

➜ Zum Abrechnungs-QuickCheck

Oder direkt das tiefe PraxisAudit für €490 — 2h Vor-Ort, 30-Seiten-Report. Bei Beauftragung wird der Audit-Preis verrechnet.

Das realistische Verhältnis

Nicht alle Praxen haben alle 5 Lücken. Aber in 95% der Audits finden wir mindestens 3 davon in relevanter Höhe. Der Durchschnitts-Uplift nach Einführung einer systematischen Abrechnungs-Qualitätssicherung: €8.500/Jahr, bei strukturschwachen Praxen auch €15-20k.

Das Beste: Jeder dieser Fehler lässt sich in 30 Minuten pro Quartal vermeiden — mit dem richtigen PVS-Filter und einem konsequenten Check vor Abrechnung.

Sie wollen diesen Artikel auf Ihre Praxis übertragen?

Im PraxisAudit schauen wir uns Ihre konkrete Situation an und liefern eine Roadmap.

Weitere Artikel in Abrechnung